Umweltpreis Sachsen-Anhalt

Umweltpreis Sachsen-Anhalt zum 30. Mal verliehen

Zum 30. Mal wurde in diesem Jahr der renommierte Umweltpreis Sachsen-Anhalt an herausragende Projekte verliehen, die sich für den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz im Land einsetzen.

Wir lieben Natur. Wir lieben Menschen.

Das diesjährige Motto hebt hevor, wofür der Umweltpreis seit 30 Jahren steht: Naturschutz und gesellschaftliches Engagement gehören untrennbar zusammen!

Die Entscheidung fiel der Jury auch im Jubiläumsjahr nicht leicht, denn die enorme Vielfalt und die hohe Qualität der eingegangenen Bewerbungen spiegeln das große ökologische Engagement in Sachsen-Anhalt wider.

Die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) vergibt die begehrte Auszeichnung traditionell an Initiativen, die einen herausragenden und inspirierenden Beitrag leisten.

Auch in diesem Jahr ließ es sich der Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, nicht nehmen, die Preistragenden persönlich zu ehren. Er zeichnete das erstplatzierte Projekt aus und würdigte das langjährige Bestehen des Preises.

Umweltpreis

Mit dem Umweltpreis Sachsen-Anhalt zeichnet die SUNK Projekte aus, die eine nachhaltige Wirkung, einen besonderen Einfluss und Vorbildcharakter sowie hohen persönlichen Aufwand mit sich bringen. Der Preis soll anerkennen und dazu beitragen, andere zum Mit- und Nachmachen zu motivieren. Die Ausschreibung erfolgt unter wechselnden Jahresthemen. Der Preis wird an ein dritt-, zweit- und erstplatziertes Projekt verliehen.

Umwelt-Ehrenpreis

Neben dem Umweltpreis vergibt die SUNK zudem jährlich drei gleichrangige Umwelt-Ehrenpreise für langjähriges, herausragendes Engagement. Der Stiftung ist die Wertschätzung ehrenamtlicher Tätigkeit ein ganz besonderes Anliegen. Zahlreiche Aktivitäten im Umweltschutz wären ohne den persönlichen Einsatz von vielen Ehrenamtlichen kaum denkbar. Daher wird neben Projekten auch langjähriges Engagement von Personen und Personengruppen mit dem Umwelt-Ehrenpreis prämiert. Dieser wird unabhängig vom jährlich wechselnden Thema des Umweltpreises vergeben. Auf den Ehrenpreis kann sich jedoch nicht beworben werden. Dritte müssen eine Person oder Personengruppe nominieren.

LTV-Sonderpreis

Der Tourismusverband Sachsen-Anhalt (LTV) vergibt zudem einen Sonderpreis für ein Projekt, das Naturschutz und Tourismus gleichermaßen zugutekommt.

Die Preistragenden des 30. Umweltpreises Sachsen-Anhalt

1. Platz (15.000 €)

242tausend Bäume für Magdeburg

Otto pflanzt! e. V.

Das Projekt

Die grüne Bürgerbewegung will für jeden Magdeburger einen Baum pflanzen. In über 50 Aktionen wurden bereits mehr als 44.000 regionale Gehölze gepflanzt, die rund 9.500 Tonnen CO2 binden und das Stadtklima verbessern. 100 Prozent der 145.000 € Spendengelder flossen direkt in Pflanzen und Pflege. Zudem engagiert sich der Verein in der Umweltbildung an Schulen.

Jury-Begründung

Der Verein erhält den Hauptpreis für sein herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement. Die Jury würdigt, wie hier Klimaanpassung und Naturschutz ganz praktisch angepackt werden. Das Projekt schafft nicht nur messbare ökologische Erfolge, sondern stiftet Gemeinschaft und stärkt die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.

2. Platz (10.000 €)

Alte Gärtnerei Werben

Werk + Wiese e.V.

Das Projekt

Der Verein verwandelt eine brachliegende, ehemaligeGärtnerei in der Hansestadt Werben zu einem „Zukunftscampus“ für gärtnerischeund bauhandwerkliche Bildung. Vor Ort soll aktiver Bodenschutz durch denEinsatz von Terra Preta betrieben werden. Der Verein experimentiert bereits mittrockenheitsresistenten Pflanzen sowie Agroforst-Systemen für dieKlimaanpassung. Zudem erforscht er nachhaltige Baustoffe wie Hanf und Stroh.Durch offene, kreative Formate wie einen Marmeladenwettbewerb oder Erzählcafésverbindet das Projekt Ökologie mit sozialem Austausch.

Jury-Begründung

Die Auszeichnung erfolgt für das herausragendeehrenamtliche Engagement, den vorbildlichen Bodenschutz und die gelungeneVerknüpfung von Natur und Gemeinschaft. Die Jury lobt, wie der Verein eineninklusiven Zukunftsort mit überregionaler Strahlkraft schafft, der alslebendiges Labor für Klimaanpassung dienen und gleichzeitig den gesellschaftlichenZusammenhalt stärken soll.

3. Platz (5.000 €)

Umweltbildungsprojekt „Gewässer - Am Puls des Lebens"

Stadt Wernigerode

Das Projekt

Das vor fünf Jahren vom Sachbereich „Nachhaltige Stadtentwicklung“ initiierte Projekt macht die Themen Klima-, Arten- und Gewässerschutz für Kinder und Jugendliche direkt erlebbar. Statt trockener Theorie lernen Teilnehmende mitten im Fluss die Bestimmung von Kleintieren und Gewässergüten sowie die Zusammenhänge zwischen Hochwasserschutz, Ökologie und Klimawandel. Das Projekt ist fest in lokalen Kitas und Schulen verankert, arbeitet mit freien Bildungsträgern zusammen und bietet Einrichtungen Leitfäden zur selbstständigen Weiterführung an.

Jury-Begründung

Die Stadt Wernigerode wird für ihr herausragendes Engagement in der Umweltbildung und die gelungene Verbindung von Verwaltungshandeln, Wissenschaft und Praxis ausgezeichnet. Die Jury lobt den Kraftakt der Kommune, ein solches Projekt professionell zu steuern und zu fördern. Es setzt ein unübersehbares Zeichen für nachhaltige Bildung im öffentlichen Sektor und begeistert junge Menschen langfristig für den Gewässerschutz.

Lobende Erwähnungen

Kindertagesstätte Nesthäkchen, Dessau-Roßlau

Die Kindertagesstätte „Nesthäkchen“ in Dessau-Roßlau verankert Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein bereits im frühen Kindesalter. Mit Projekten wie einem eigenen Kita-Garten, Klimaschutz-Aktionswochen und der Arbeit mit Natur- und Recyclingmaterialien erleben die Kinder Bildung für nachhaltige Entwicklung ganz praktisch. Der ganzheitliche und inklusive Ansatz der Einrichtung zeigt eindrucksvoll, wie Umweltbildung im Alltag gelebt werden kann.

Abwassergemeinschaft Leimbach

Bereits vor über 20 Jahren schlossen sich die Grundstückseigentümer des Ortes zusammen, um eine dezentrale biologische Abwasserreinigung mit Schilf-Filtersystemen aufzubauen. Das gereinigte Wasser wird über ein eigenes Leitungsnetz zur Bewässerung im Ort genutzt und schließt damit einen nachhaltigen Wasserkreislauf. Mit ihrem Pioniergeist und ihrem langjährigen Einsatz leistet die Gemeinschaft einen wichtigen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz.

Die Preistragenden des Umwelt-Ehrenpreises

Ehrenpreis (1.500 €)

Dr. Götz Meister

Das Engagement

Dr. Götz Meister engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich im Hintergrund für den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Maßgeblich seinem Einsatz ist der Erhalt und die Entwicklung des Schlossparks Dieskau bei Halle zu verdanken, für den er seit den 1990er-Jahren Arbeitseinsätze leitete, Führungen anbot und Netzwerke knüpfte. Zudem organisierte er von 2008 bis 2020 eine hochkarätig besetzte Gesprächsreihe zum Klimawandel in Halle, sicherte im Vorstand des Reformhauses Halle langfristig die Existenz gemeinnütziger Vereine und unterstützte intensiv das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU).

Jury-Begründung

Die Auszeichnung würdigt ein außergewöhnliches, jahrzehntelanges und zutiefst uneigennütziges Lebenswerk. Die Jury hebt Dr. Meisters immense Ausdauer, Fachkompetenz und persönliche Bescheidenheit hervor. Mit seinem Wirken hat er Landschaften bewahrt, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich an die Öffentlichkeit vermittelt und den Umweltgedanken in Sachsen-Anhalt entscheidend mitgeprägt.

Ehrenpreis (1.500 €)

Gunter Braun

Das Engagement

Seit 1993 setzt sich Gunter Braun unermüdlich für den Amphibienschutz im Jerichower Land ein. Auf seine Initiative hin wurde ein 800 Meter langer Schutzzaun zwischen Klietznick und Jerichow errichtet, den er jahrelang außerhalb der Saison privat einlagerte und über drei Jahrzehnte hinweg bei Wind und Wetter an jedem Frühjahrswochenende betreute. Durch seinen Einsatz wurden bis heute rund 112.000 Amphibien sicher über die Straße geleitet. Zudem baute er eine der landesweit längsten lückenlosen Datenreihen zur Amphibienwanderung auf und begeisterte beim jährlichen „Tag des offenen Krötenzaunes“ Generationen von Menschen für den Artenschutz.

Jury-Begründung

Gunter Braun erhält den Preis für mehr als drei Jahrzehnte außergewöhnlichen, ausdauernden Einsatz im praktischen Artenschutz und für gelebte Umweltbildung. Die Jury würdigt dieses leise, aber wissenschaftlich und ökologisch unschätzbar wertvolle Lebenswerk, das zeigt, dass Naturschutz direkt im Straßengraben beginnt. (Hinweis: Der Preis wurde stellvertretend von seinem Wegbegleiter Karl-Heinz Petzold entgegengenommen).

Ehrenpreis (1.500 €)

Streuobststammtisch

(Südharz)

Das Engagement

Die vor zehn Jahren im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz gegründete Gemeinschaft setzt sich leidenschaftlich für den Erhalt von Streuobstwiesen als artenreiche Kulturlandschaft ein. Bei zahlreichen Arbeitseinsätzen pflegen die Mitglieder Obstwiesen und sichern wertvolle Bestände. Ein aktuelles Kernprojekt ist die Rettung seltener, vom Aussterben bedrohter regionaler Kirschsorten: Die Mitglieder schneiden dafür eigenhändig Edelreiser, veredeln sie und pflanzen die Jungbäume auf einer Pachtfläche als lebendige Gen-Bank an. Zudem gibt die Initiative ihr Fachwissen in Schnitt- und Veredelungskursen weiter und macht die Sortenvielfalt bei Regionalmärkten erlebbar.

Jury-Begründung

Der Streuobststammtisch wird für zehn Jahre herausragenden Einsatz im Südharz, den Schutz der Kulturlandschaft und die Weitergabe von grünem Handwerk geehrt. Die Jury hebt besonders das zukunftsorientierte Handeln der Gemeinschaft hervor: Da Streuobstwiesen erst in Jahrzehnten ihre volle Pracht entfalten, verkörpert die Initiative Nachhaltigkeit im besten Sinne des Wortes und sichert die biologische Vielfalt für kommende Generationen.

Lobende Erwähnung

Torsten Lehmann, Halle (Saale)

Torsten Lehmann, Schulsozialarbeiter an der Korczak-Schule in Halle, verbindet Umweltbildung mit sozialem Engagement. In seiner „Zukunftswerkstatt“ vermittelt er Schülerinnen und Schülern praktische Kenntnisse zu nachhaltigem Konsum und Ressourcenschutz. Gemeinsam mit Jugendlichen gestaltete er zudem ein naturnahes Schulgelände mit Teich, Hochbeeten und Bienenprojekt.

Christa Ringkamp, Arendsee OT Neulingen

Christa Ringkamp prägt seit vielen Jahren die Entwicklung des naturnahen Gärtnerns in Sachsen-Anhalt. Als Vorsitzende der gARTenakademie Sachsen-Anhalt und engagierte Netzwerkerin bringt sie Menschen, Kommunen und Institutionen für mehr Biodiversität und nachhaltige Gartenkultur zusammen. Zu ihren Verdiensten zählen die Etablierung der Initiative „NATUR im GARTEN“, die Ausbildung von Gartenberaterinnen und -beratern sowie die Mitbegründung der „Offenen Gärten Sachsen-Anhalt“.

Sonderpreis des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt

Sonderpreis des LTV (Sachpreis im Wert von ca. 2.000 Euro)

handgemacht Saale-Unstrut

Saale-Unstrut Tourismus GmbH

Das Projekt

Das 2019 ins Leben gerufene Regionalnetzwerk vereint mittlerweile 70 Netzwerkpartner – darunter Landwirte, Gastronomen sowie Lebensmittel- und Kunsthandwerker. Ziel ist es, dem Druck globaler Lieferketten und dem Verlust regionaler Wertschöpfung entgegenzuwirken. Durch klare Kriterien wie Regionalität, Transparenz, Handarbeit und Nachhaltigkeit werden Transportwege verkürzt und faire, lokale Wirtschaftskreisläufe gestärkt. Die Betriebe fungieren als Markenbotschafter und machen nachhaltige Produktion sowohl für Einheimische als auch für Touristen erlebbar.

Begründung der Auszeichnung

Das Projekt erhält den LTV-Sonderpreis für die beispielhafte Verknüpfung von nachhaltigem Tourismus und regionaler Wirtschaftsentwicklung. Die Initiative unterstützt gezielt kleine und mittlere Handwerksbetriebe dabei, ihre ressourcenschonenden Arbeitsweisen sichtbar zu machen. Indem das Netzwerk traditionelles Wissen bewahrt, kurze Vertriebswege fördert und Gäste wie Einheimische für einen verantwortungsvollen Konsum sensibilisiert, stärkt es die regionale Identität und trägt aktiv zu einer nachhaltigen Zukunft der Tourismusregion Saale-Unstrut bei.

Die Jurymitglieder des Umweltpreises

Über die Vergabe des Preisgeldes entschied eine Fachjury, bestehend aus Expertinnen und Experten des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt (MWU), der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) und der gastgebenden Landesumweltstiftung SUNK. Insgesamt eingegangen waren 54 Bewerbungen um den Umweltpreis und 13 Nominierungen für den Umwelt-Ehrenpreis.

Dr. Nele Herkt
Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt
Sophie Stille
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt
Eric Eigendorf
Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH
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Wir danken unseren Unterstützern!

Die Sponsoren des Umweltpreises

Norbert Bogendörfer – MDSE Mitteldeutsche Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH

Anette Franke – Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH

Ute Dorn – Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt und Talsperren-Wasserkraft Sachsen-Anhalt GmbH

Dr. Alexandra Wölk – K+S Minerals and Agriculture GmbH

Dr. Henning Gehm – Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land mbH

Julia Sachse – Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH

Martin Schulze – Landestourismusverband Sachsen-Anhalt

Melchior Thiemer – Remondis Sachsen-Anhalt GmbH

Heike Winkelmann – Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

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